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Pfad-Finder: STARTSEITE > Unser Stamm > Gruppen > Ehemalige Gruppen > Runde Pegasus > Fahrten- und Lagerberichte > 2008 - Bundesfahrt Suomi

02.08.2008

Erster Tag: Dresden - Schweden

Citrus. - Wir trafen uns früh um drei am Bahnhof Neustadt. Um halb vier fuhren wir los und holten die LEOs und Ancalagons um fünf in Taucha ab. Als es langsam hell wurde, merkten wir, wie müde wir waren. Wir machten mehrere kleine Pausen, bis wir nachmittags die letzten Zusteiger kurz vor Fehmarn an der Raststätte Neustädter Bucht aufgabelten.

Dann ging es über den Fehmarnsund nach Dänemark und über die Vogelfluglinie weiter nach Nordosten, dabei mussten wir gegen Abend zweimal ca. 30 Minuten mit der Fähre fahren (einmal zwischen Deutschland und Dänemark und einmal zwischen Dänemark und Schweden). Die Witze des Busfahrers wurden während der Fahrt immer besser.

Halb acht kamen wir zum ersten schwedischen Rastplatz, wo wir eine Stunde Pause machten. Dann setzten wir uns wieder in den Bus und fuhren quer durch Schweden in den nächsten Tag.

03.08.2008

Zweiter Tag: Stockholm - Mikkeli.

Jakob. - Nach einer Nacht im Bus, in der alle sehr schlecht geschlafen hatten, kamen wir am Fährhafen in Stockholm an. Nach einer Stunde Wartezeit gingen wir an Bord der "Isabella", die uns in den finnischen Hafen von Turku bringen sollte.

Auf der Fähre, mit der wir zwölf Stunden unterwegs waren, gab es alles, was man sich vorstellen kann: z.B. einen Travel-Free-Shop oder zwei Bord-Bars, Kino, Sauna (die Jo und Juf nutzten). Kostenlose Wii-Konsolen und Kinderzimmer mit freiem Internet-Zugang. Die meiste Zeit machten wir es uns aber im Sky-Café gemütlich. Auf Deck peitschte der Regen und der Wind blies alle fast weg, die sich nach draußen trauten.

Am Abend stiegen wir in Turku noch einmal in den Bus um und nach sechs Stunden Busfahrt kamen wir nach zwei Uhr nachts in Mikkeli an. Dort mussten wir genau wie bestimmt 150 andere Pfadfinder noch die Kohte aufstellen in dem Waldstück, wo der Bus uns abgesetzt hatte. So schliefen wir gegen vier Uhr endlich ein.

04.08.2008

Dritter Tag: Mikkeli - Juva.

Armin. - Als wir am nächsten Morgen aufwachten (Muskelkater nach der ersten Kohtennacht blieb nicht aus) und die Kohte abgebaut hatten, brachen wir in Richtung Stadt auf. Bei unserer ersten Pause aßen wir zu Mittag. Als wir später am Supermarkt waren, teilten wir uns in drei Gruppen: Gruppe 1 ging einkaufen, Gruppe 2 ging zur Information und in die Apotheke, und Gruppe 3 passte auf das Gepäck auf.

Später, als wir alle wieder zusammen waren, gingen wir hurtig zum Bus und fuhren und fuhren - bis nach Juva, das wir als Startpunkt für unsere Sippe bestimmt hatten. Wir wurden an einem Supermarkt ausgesetzt und schlugen in der Nähe unser Lager auf, auf einer Wiese, zu der uns ein alter Mann geführt hatte.

Abends gingen wir noch einmal zum Supermarkt, grillten Nakki- und Poppsi-Würstchen im Feuer, freuten uns über den Knoblauch-Senf, sangen und schliefen schließlich trotz der eisigen Kälte ein.

05.08.2008

Vierter Tag: Juva - Ausfalahti.

Zero. - Wir wachten müde, jedoch spät in unserer Kohte in Juva auf. Mein Messer steckte zu meinem Entsetzen im Boden, doch dieses Ärgernis kann Juf besser erklären.^^ Wir frühstückten gemütlich und räumten (mit einigen Schwierigkeiten) danach alles auf und bauten die Kohte ab. Ziemlich schwer beladen gingen wir in den benachbarten Laden und füllten die Flaschen auf. Unsere Rucksäcke waren enoooorm schwer.

So liefen wir los durch Juva und dann ab durch die Pampa! Wir machten viele Umwege um nicht an der Straße laufen zu müssen, und meine Chucks (meine einzigen Schuhe) waren die Hölle! Mir tat alles weh und ich hatte Quetschungen am ganzen Körper. Nach vielem Hin- und Hergelaufe fanden wir einen Lagerplatz und... der war ultimativ!!! Mit Klo, Feuerstelle, Rost, Tonnen Holz und überdachter großer Schutzhütte, die zum See hin offen war. Der See, an dem wir waren, hieß Jukajärvi.

Die Spaghetti Carbonara waren schmackhaft. Jakob und ich bastelten zwei Angeln, und wir sangen am Ende alle miteinander und schliefen danach ohne Probleme in der Hütte ein.

06.08.2008

Fünfter Tag: Ausfalahti.

Jo. - Kurz nach Mittag. Unser Lager ist nach wie vor die Südspitze das Jukajärvi, des großen Sees bei Juva, direkt am Übergang zum Ausfalahti. Ein Tag Wanderweg liegt hinter uns, vielleicht zehn oder zwölf Kilometer, die sich anfühlen wie fünfzehn und uns noch in den Gliedern stecken. Aber die Stimmung ist gut.

Das Feuer brennt schon seit dem Morgen, seit es Schnitz - als erster wach - wieder aus der Nachtruhe entfacht hat. Müsli mit warmer Milch und Pfirsichen zum Frühstück, dann brechen Zero und Citrus auf, um an den nächstgelegenen Hütten und Häusern Wasser zu holen. Wir anderen sitzen am Feuer, lesen Stefan George, machen die Angelsachen fertig oder erhitzen Seewasser für die erste Wäsche.

"Die Wasserleute kommen", ruft Armin aus dem Wald vom Weg her, und kurz darauf sind wir wieder zu siebt.

* * * * *

18 Uhr, bald Abendessen. Nachmittags gab es verschiedene Versuche zu angeln und das Floß zu Wasser zu lasen, außerdem eine Jagd auf mittelgroße Schwimmvögel - letzteres mit mäßigem Erfolg. Citrus schaffte es, sich selbst im Klohäuschen einzusperren, und auch Armin verbrachte mehr Zeit auf dem Donnerbalken als gewohnt. Wir übten mit Steinen den Weitwurf in Richtung See, Jakob bekam endgültig seinen Fahrtennahmen Jha-Jha (Binks) und trat den Wettstreit um die (Nicht-)Kenntnis von 65 Stücken aus dem Schwarzen Adler gegen Jo an.

Schließlich, bis vor 15 Minuten, saßen wir lange am Feuer und überlegten, welche Möglichkeiten es geben könnte, sich zu hypnotisieren oder hypnotisieren zu lassen, und erzählten von seltsamen Tag-, Wach- und Klarträumen, die fast jeder schon einmal hatte. Dazu gehörten im Weihnachtsessen versenkte Gesichter, zweckentfremdete Küchenmülleimer und viele, viele uuuuuuuuuuuuuuuuuuuu... ;-)

Jha-Jha, unser Fahrtenkoch, zaubert gerade geröstete Brotscheiben fürs Abendessen (das vierte kulinarische Erlebnis heute nach Frühstück [siehe oben], Jha-Jhas leckerer Tomaten-Nudelsuppe mit Grillwürstchen und Jufs Honig-Nutella-Apfelscheiben nachmittags). In zehn Minuten werden wir wieder am Feuer sitzen. Die Stimmung entspannt, die Mägen knurrend - was außer dem Abendessen der Tag uns wohl noch bringen mag?

Seefläche still, nur
Unter schwankenden Füßen
Plankengegluckse.

07.08.2008

Sechster Tag: Ausfalahti - Hasamäki.

Juf. - Heute ist Geburtstag.

Gestern Abend saßen wir lange am Feuer, lasen "Herr der Fliegen" reihum vor, sangen viele Lieder und ließen sanft die Zeit verstreichen. Als Armins (seit heute: Schnuddels) Geburtstag sich näherte, wurde es langsam still. Kurz vor Mitternacht begann unser Privatgittarist mit einem Happy-Birthday-Gitarrensolo, in welches Punkt zwölf alle singend einfielen. Natürlich konnte Armin seine Geduld nun nicht mehr länger zügeln und riss das Päckchen seiner Eltern auf, das er seit Beginn der Fahrt schon mit sich herumtrug. Alle sahen ihm gespannt zu, als nach und nach ein Hut mit Mückennetz, ein Fahrtenmesser, eine Tube Milchmädchen, ein viertel Liter Karamellcreme, Gummibärchen, Sturmstreichhölzer und ein Kuscheltierelefant zum Vorschein kamen. Nur Zero war schon tief und fest eingeschlafen und bekam so auch nichts bei der Gute-Nacht-Keksrunde ab.

Diese Nacht schliefen alle von uns gut und tief. Am nächsten Morgen begann schon um acht das Müsli zusammen mit Öl und Honig mit seinem Duft die Nasen der schlafenden Jungs zu kitzeln. Erstes widerwilliges Räkeln wurde von der Vorfreude auf Honig-Karamellcreme-Müsli abgelöst. Nach einem wahren Genießerfrühstück begannen Jha-Jha und Jo ihre Wette weiter auszutragen. Wie viele Lieder aus dem Schwarzen Adler kennt Jha-Jha? Kennt er weniger als 50, bekommt er von Jo eine Stulle geschmiert - sind es mehr als 65, schuldet er ihm das Gleiche. Es stellte sich heraus, dass er immerin 54 kennt.
Wir beschließen, heute um zwölf Uhr aufzubrechen. Bis alls gepackt ist und wir losgehen, vergeht noch eine ganze Stunde. Wir fragen oben an der Straße bei den gleichen Leuten, die uns am Tag zuvor Wasser gegeben haben, nach dem Weg. Die beiden finnischen Damen können aber leider keine Karten lesen, und so endet unsere kleine Unterhaltung auf recht unbefriedigende Weise mit hilflosem Lächeln und einem gegenseitigen "Kitos, kitos!"

Als wir schon aufgegeben hatten, den richtigen Weg zu finden und auf der Straße weitergehen wollten, entdeckten wir zufällig versteckt hinter einem Haus die blaue Markierung. Von nun an war wenigstens gesichert, dass wir den richtigen Pfad fanden. Wie beflügelt kamen wir das nächste Stück voran, alle waren in einer Art Trance und hatten Gefallen am Laufen gefunden, selbst Zero und Schnuddel. Unser Weg führte uns durch Baum- und Strauchbewuchs, viele Gräser und Kräuter blühten. Teilweise liefen wir in schulterhohem Gestrüpp.
Gegen fünf Uhr Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel, die "Lappenkohte" aus Holz, gelegen an der sommerlich verlassenen Skianlage Hasamäki. Wir entschieden uns trotz der vorhandenen Lapa Kota unser eigenes Zelt aufzuschlagen. Nach einem Abendessen aus Champignoncremesuppe an Reis zogen wir in unsere Kohte und verbrachten einen weiteren gemütlichen Abend mit Singen und Vorlesen am Feuer. (Juf hatte sich irgendwo auf dem Weg den Fuß verstaucht und hoffte, dass die Schmerzen am nächsten Tag geringer sein würden.)

In der Nacht begann es zu regnen, und wir mussten das Dach aufziehen. Es gelang uns aber, das Feuer die ganze Nacht in Gang zu halten, so dass allen wohlig warm war. So warm, dass nach wenigen Minuten des Vorlesens die Hälfte der Sippe bereits lautstark schnarchte.

08.08.2008

Siebter Tag: Hasamäki.

Schnitz. - Nach einer warmen Nacht in der Kohte waren wir schwer enttäuscht über das miese Wetter. In der Nacht hatte es angefangen zu "pissen", und da Jo schnell das Kohtendach aufgebaut hatte, waren wir zwar nicht nass, aber wir erstickten beinah an dem Rauch in der Kohte. Wir brauchten uns nicht zu wundern, denn wir hatten fast die komplette Nacht das Feuer am Leben gehalten und es erst im Morgengrauen herunterbrennen lassen.

Wir schickten Jha-Jha und Schnuddel als Vorhut in die Finnhütte um dort Feuer zu entfachen. Ein wenig später stürmten wir in die Holzhütte mit dem ganzen Frühstückskram. Wir machten uns warme Pulvermilch und Kaffee und frühstückten genüsslich unser Müsli. Jufs Fuß war noch nicht besser geworden und wir bereiteten uns auf einen Pausentag vor. Nach dem späten Frühstück lasen wir aus „Der Herr der Fliegen“ vor. Danach losten wir aus, wer mit Jo einkaufen trampen würde: Jha-Jha. Die beiden gingen mit einem Rucksack und im Regen zur Straße. Die anderen vertrieben sich die Zwischenzeit mit Spielen, Gitarre klimpern, Essen, Witzen und Holzscheite Nachlegen. Bevor Jha-Jha und Jo losgingen spielten wir noch eine Runde Kofferpacken. Das Praktischste war mit Abstand das regenfeste Faltklo, die Mathelehrerin im Käfig und das Notebook.

Jha-Jha und Jo unterwegs zum Einkaufen:
Jo. - Wir  starteten nach der Abstimmung um ca. 16 Uhr in Richtung Straße und fingen dort an den Daumen rauszuhalten. Ein Shuttlebus Sulkava-Juva donnerte an uns vorbei, aber kurz darauf hatten wir Glück: Das sechste Auto hielt zu unserem Erstaunen und nahm uns mit vor einen riesigen Supermarkt im Zentrum von Juva.

Wir waren zwar froh über die Trockenpause, froren aber fast an zwischen den Kühlregalen und brauchten recht lang für den 80€-Einkauf, weil außer einer Verkäuferin keiner Englisch sprach. Schwer bepackt mit zwei Tüten und einem Rucksack fragten wir einen vornehmen Mann, wo der Busbahnhof sei, und er fuhr uns kurzerhand dorthin. Leider war der letzte Bus schon seit zwei Stunden weg, also Straße Richtung Sulkava. Wiederum hielt das vierte Auto, und ein nettes Pärchen nahm uns mit zurück und fuhr uns sogar bis zur Holzkota in Hasamäki. Die anderen hatten schon den Motor gehört und stürmten aus der Hütte, und gemeinsam winkten wir dem netten Pärchen nach.

Schnitz. - Nach einem ausgiebigen Abendessen lasen wir noch einmal aus dem Buch vor, aßen Abendbrot und in der Kohte erzählten wir uns Schauermärchen, bis wir einschliefen.

09.08.2008

Achter Tag: Hasamäki.

Jha-Jha. - Wir wachten um zwölf Uhr auf und damit war beschlossen, dass wir auch heute nicht weiterwanderten. Nachdem Schnuddel und ich vorgegangen waren um Feuer zu machen, kamen auch die anderen. Als dann alle unten in der Kohte waren, ging die allmorgendliche Streiterei los, was es zum Frühstück gäbe. Wir einigten uns auf das "Ekelmüsli" (das aber nur einer von uns wegen der Rosinen eklig fand).

Nachdem wir einen Vormittag mit Schach und Mau-Mau verbracht hatten, erklärte uns Jo das Nordlandratspiel. In diesem Planspiel geht es um die Pläne zu einer Waffe, in deren Besitz jeder der Ostseestaaten kommen will und damit aber den Frieden und den Nordlandrat in Gefahr bringt. Nachdem wir einen durstigen Nachmittag mit viele Nordlandratsitzungen hinter uns gebracht hatten, aßen wir zum Abend geröstetes Brot mit (wie es sich in der Kohte herausstellte) Pferdesalami. Nach einem weiteren Kapitel "Herr der Fliegen" schliefen wir alle ein.

10.08.2008

Neunter Tag: Hasamäki - Hirvimäki.

Zero. - Heute war der Tag der platten Füße. Wir wachten mehr oder weniger müde auf und die Stimmung war ganz gut soweit. Wir machten uns auf den Weg zu unserer Essens- und Aufenthaltsfestung, zur Lapa Kota auf der verlassenen Skipiste. Dort aßen wir Müsli mit Honig und Milch, während ich gebannt die Rosinen aussortierte. Wir stopften uns jeder zwei Stück Schokolade rein und machten uns darauf an die Arbeit. Während Juf und Citrus abspülten, baute der Rest die Kohte ab. Wir packten die Sachen, während sich dabei manche massenhaft Zeit ließen, die wir eigentlich brauchten.

Beim Aufbruch teilten wir die restlichen vier Bananen durch sieben. Dann liefen wir los, und zwischen vielen Blicken auf die Karte wurschtelten wir uns an den Stellen, an denen der Weg überflutet war, durch das Unterholz. Schnelles Laufen, einige Behinderungen, viele Umwege und nasse Füße konnten jedoch unsere Moral nicht trüben. Wir gingen weiter und weiter und stopften uns mit Heidelbeeren vom Wegesrand voll. Für meine schaurige Gesichtsbemalung bei einer Wanderpause erntete ich nicht gerade viel Zustimmung. Wir liefen und liefen, und als es zu regnen anfing, fanden wir zufällig gerade in diesem Moment eine einzeln stehende Scheune mit trockenem Stroh - der perfekte Ort für die Nachmittagsmotivationsschokolade!

Wir ruhten uns aus und bei besserem  Wetter marschierten wir weiter. So kamen wir weit, kletterten mit unseren letzten Kräften einen Berg hinauf mit einer großen, hammergeilen Hütte mit Ofen und Bänken... Wir machten Essen, holten Wasser und Blaubeeren aus dem Wald, aßen und machten uns ein gemütliches Plätzchen, während wir der Geschichte aus dem Buch "Der Herr der Fliegen" gebannt folgten. Am Ende schliefen wir zufrieden ein.

11.08.2008

Zehnter Tag: Hirvimäki - Saarilampi.

Citrus. - Eigentlich lief früh alles ziemlich gut, da wir schon gegen acht aufwachten. Wir trödelten lange herum, aßen Brot zum Frühstück und fingen an zu packen. Inzwischen war es schon halb zwei, und wir beeilten uns, noch loszugehen. Der Weg war im Vergleich zu den anderen Tagen leicht zu finden, und außer einem mit Brennnesseln gespickten Bach und einem riesigen Feld mit zweieinhalb Meter hohem Gras gab es keine großen Hindernisse.

Gegen Ende kam uns der Weg trotzdem sehr lang vor, und als wir am Ziel waren, durften wir eine Lappenkohte an einem See in wunderschöner Umgebung betrachten. Wir machten uns breit, probierten mal wieder das von außen absperrbare Klo an Schnitz aus und aßen etwas Brot. Dann wollte  Citrus unbedingt mit dem kalten Seewasser duschen. Als es schließlich auch noch zu einer kleinen Zofferei zwischen Schnitz und Citrus kam, worauf beide mit Klamotten im See landeten, hatten wir alle Lust, im See zu baden.

Zero und Armin blieben in der Kohte, das Wasser war außerdem sehr kalt. Als wir alle wieder trocken waren, gab es zum Abendbrot Spaghetti mit Champignonsoße. Danach richteten wir uns ein, hörten noch ein Kapitel und schliefen ein wenig beengt ein.

12.08.2008

Elfter Tag: Saarilampi - Kaunola.

Schnuddel. - Als wir aufgewacht waren, gingen Juf, Jo und Jha-Jha erst einmal baden. Die anderen krochen mühsam aus den Schlafsäcken.
Jetzt sitzen wir da, befriedigt vom Frühstück, und machen uns gleich zum Marsch nach Sulkava bereit.

Es war gutes Wetter zum Wandern, und so waren wir nach etwa drei Stunden Wandern an der Straße und nahmen Kurs auf Sulkava. Wir waren kurz vor der Stadt, als es anfing zu regnen. Daher suchten wir schnellstens einen Platz für die Kohte. Wir sprachen zuerst ein älteres Ehepaar an, die keinen Platz wussten und uns trotz der tollen finnischen Sätze im Fahrtenbuch nicht richtig verstanden. Als wir gerade aufgeben wollten, kam eine ältere Dame die einsame Landstraße entlang gelaufen, die einen Platz wusste: Fünf Minuten hinter ihrem Haus, an einem kleinen See, wo ihre seit langem unbenutzte winzige Sommerhütte mit Kamin und Sauna lag.

So saßen wir nach Kohtenbau und Abendessen noch lange vorm Kamin. Citrus und ich legten uns schon hin, während die anderen spätabends einen Saunagang einlegten und zum Abkühlen vom Steg in den See hüpften. Als wir alle zusammen in der Kohte lagen, dösten wir langsam ein.

13.08.2008

Zwölfter Tag: Kaunola - Sulkava.

Schnitz. - Der Wecker klingelte um sieben Uhr. Das Problem: Wir fanden das Handy nicht, um den nervenden Ton auszustellen. Es goss wie aus Eimern. Zum Glück hatten wir die kleine Butze mit Sauna zur Verfügung, wo wir in dem winzigen Kaminzimmer frühstückten. Später räumten wir die am Vorabend verursachte Unordnung auf, bauten die Kohte ab, wuschen ab und Juf besserte den Steg aus. Und das alles im Regen! Zum Schluss machten wir die Butze sauber und machten uns, nicht ohne uns vorher von der Sauna zu verabschieden, mehr oder weniger aufgekratzt auf den Weg nach Sulkava. Nach einem Ständchen für die nette Frau, die uns die Butze zur Verfügung gestellt hatte, gingen wir ca. zwei bis drei Kilometer bis nach Sulkava, den ersten Ort seit unserem Aufbruch in Juva.

Im Stadtkern begegneten wir einem Bamberger Ehepaar, welches uns auf dessen Insel einlud. Der ältere Mann war früher mal bei der DPSG. Jo und Juf gingen in eine  Touristeninfo, und eine Viertelstunde später trafen wir auch schon auf dem Kulkemus, dem Bootshafen ein, wo wir uns Duschen, Waschmaschinen und einen ruhigen Tag erhofften. Als erstes trafen wir eine achtköpfige Sippe des Stammes Baracuda, die hier auf ihrer Kanureise Halt gemacht hatten und sich genau wie wir ein bisschen ärgerten, nicht die östlichste Sippe im gesamten Fahrtengebiet zu sein. Wir plauderten ein bisschen mit ihnen und bezahlten dann am Empfang nach einigen Verständigungsproblemen unsere zehn Euro Standgebühr.

Später am Tag gingen wir in den nahe gelegenen Supermarkt. Alle waren total happy und kauften sich Unmengen von Süßem, und Jo und Juf holten für stolzes Geld unser festliches Abendessen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Angeln und Gammeln.

Am Abend schlemmten wir. Zwei Grills brieten uns sehr viel Fleisch und Fisch, und am Ende der Fressorgie hatten alle das Gefühl, gleich zu Platzen. Da Armin schon vor dem Abendessen die Sauna vorgeheizt hatte, war alles bereit für den Höhepunkt des Abends. Alle sieben kamen für längere oder kürzere Zeit mit in die Sauna um sich auszuschwitzen und den Dreck der letzten Tage loszuwerden. Nach dem Schweißbad lasen wir im Pavillon "Herr der Fliegen" vor. Manche hatten nach dem Kapitel noch nicht genug und machten noch einen Saunagang. Gegen Mitternacht fanden sich alle in der Kohte ein, es wurde der Taps gesungen und der wunderschöne Abend nahm sein Ende.

14.08.2008

Dreizehnter Tag: Sulkava - Saimaa.

Jo. - Die letzte Station unserer Fahrt ist irgendwo im Nirgendwo. Wir sind auf einer kleinen Insel mitten im Saimaa, einer von seinen tausenden Inseln, am Rand des Haukivesi und vielleicht zehn, fünfzehn Kilometer von Rantasalmi - dem letzten Zipfelchen Zivilisation, das uns endlos weit weg vorkommt. Tankstellen, Kirchen, Straßen gibt es hier draußen auf dem See nicht. Stattdessen Schilf und Birken und Mücken - Myriaden von Mücken, die bei Windstille in der Abenddämmerung hervorkommen.

Die Insel ist für uns wie ein Traum. Niemand hätte vor zwei Tagen damit gerechnet, hier zu landen, als uns das alte Paar (er aus Bamberg, sie aus dieser Gegend) bei unserer Ankunft in Sulkava ansprach und spontan auf "ihre Insel" einlud. Wir dachten, ein kleines Haus am Ufer einer der größeren Inseln hier - aber wer hätte schon gewagt, von einer eigenen Insel zu träumen...

Der letzte Tag begann, wie der vorherige aufgehört hatte: Mit einem Luxusfrühstück (Knusperflocken! echte Milch!) und einem ausgiebigen Saunagang und Bad im See, im leicht algigen Wasser direkt vor dem Kulkemus-Landungssteg in Sulkava. Wir ließen den Tag nach einer schlafarmen, mückenreichen Nacht gemächlich angehen, konnten bei sonnigem windigem  Wetter endlich die gewaschenen Klamotten zum Trocknen aufhängen und die von Zero und Jha-Jha gekaufte Angel auswerfen - letzteres ohne sichtbaren Erfolg, aber mit umso mehr Ausdauer und Spaß. Nachdem wir erfahren hatten, dass der Bamberger uns wahrscheinlich von Rantasalmi mit dem Auto holen würde, gingen Schnitz, Citrus und Jo einkaufen, um uns für die verbleibenden drei Fahrttage mit ausreichend Brot, Wurst, Käse, Müsli, Milch und Nudeln zu versorgen.

Bei der Rückkehr zum Lager war dort inzwischen Hektik ausgebrochen, da unser "Inselshuttle" zehn Minuten später eintreffen und uns abholen sollte - zumindest Juf, Jha-Jha, Zero und Schnuddel, die wie wild zwischen Kohtenplatz und Waschküche hin- und herfegten und ihre Rucksäcke packten. Alles Zurückgelassene - darunter Ponchos, Badehosen, Duschshampoo und vor allem Socken - packten danach die anderen, genehmigten sich statt des Mittagessens noch eine Packung Sour Cream Chips und warteten schließlich auf die zweite Kutschtour im roten Opel von Sulkava nach hier.

Die Fahrt dauerte nicht sehr lang, vielleicht eine gute halbe Stunde, in der wir unsere gesprächigen Gastgeber und ihren großen Labrador namens Emma besser kennen lernten. Am Bootssteg hinter Rantasalmi trafen wir wieder mit den anderen zusammen und schipperten dann mit 50 PS und heftigem Wind- und Wellengang fünf Kilometer weit auf den Saimaa hinaus - für Citrus, Schnitz, Armin und Jo im ersten Boot eine rasante, schnelle und äußerst nasskalte Fahrt!

Den Rest des Abends verbrachten wir zunächst mit dem Erkunden unseres kleinen Paradieses - der kleinen Trampelpfade zwischen Haus, Sauna, Hütte, Kohte, Smelly Mountain und der Fischhackbank... Jha-Jha und Schnuddel waren hin und weg, und Zero hatte bereits zehn Minuten nach der Ankunft die Angel am Badesteg ausgeworfen, während Schnitz in fröstelnder Vorfreude die Sauna vorbereitete und Citrus mit Jo einen riesigen Topf Milchreis anbrennen ließ. Das Essen war reichlich und sättigend und vor allem süß, um den verbrannten Geschmack zu überdecken - und danach gingen alle ihrer bevorzugten Beschäftigung nach: Angeln, Schwimmen, Sauna nach finnischer Art mit Herrn Duffner und viel, viel Dampf...

Juf und Jo saßen noch eine Viertelstunde mit den Duffners in ihrem Wohnzimmer, bevor wir uns alle in die Schlafsäcke kuschelten, ohne "Herr der Fliegen" heute, und nicht wissend, was uns der nächste Morgen nach diesem erlebnisreichen Tag für Überraschungen bereit halten würde...

15.08.2008

Vierzehnter Tag: Saimaa.

Juf. - Nächster Morgen, erste Überraschung: Um viertel nach sieben stellen wir fest, dass über uns die Kohte liegt. Direkt über uns. Der Strick des Seilzuges, den wir von einem alten Jollengabelbaum genommen hatten, der uns als Mast diente, war gerissen. Die Planen waren gemächlich auf uns herabgesegelt.

Jo: "Die Kohte ist eingestürzt."
Zero (schläfrig): "Quatsch, verarsch mich nicht!"
"Doch, ist sie!"
"Nö!"
"Doch."
Zero, öffnet ein Auge: "Scheiße...!"
Schnell alles repariert und noch zwei Stunden geschlafen.

Um ca. zehn Uhr weckt uns ein Ruf: "Frühstück!" Was soll das bedeuten? Große Überraschung: Unsere Gastgeber bewirten uns königlich. Kaffee, Milch, Müsli, Hefezopf - alles, was das Herz begehrt. Wie sollen wir nur danken?

Der weitere Tag verläuft sehr ruhig und beschaulich. Die Reusen werden kontrolliert und die Jungs bringen stolz ein paar kleine Barsche mit auf die Insel. Heute Abend soll es sie dann zu Würstchen und Spaghetti mit Pfifferlingsoße auf dem Grill geben.

So eine kleine Insel ist etwas sehr Schönes - aber man fühlt sich auch ein bisschen beengt. Wenn man zum x-ten Mal die paar Schritt den kleinen Pfad von der einen auf die andere Seite gegangen ist, gibt es schon nichts Neues mehr zu erkunden. Das Auge muss sich auf die Umgebung konzentrieren, auf den grandiosen Sonnenuntergang beispielsweise. Herr Duffner erzählt uns, dass im Juni, wenn die Tage am längsten sind, der Sonnenuntergang hier direkt nach dem Untertauchen der Glut ins Wasser wieder in einen Sonnenaufgang übergeht. Nach dem leckeren Abendessen schaffen wir es, am letzten Tag der Fahrt pünktlich wie immer unser Buch auszulesen. Danach wird die Sauna für später eingeheizt.

Kurz darauf, es ist bereits dunkel, setzen wir uns mit Frau Duffner zum Singen hin. Während wir von Schären, Fjorden, Schwänen und Elchen singen und unser schönstes nordisches Liedgut hervorkramen, wird unsere Gastgeberin, die hier in der Gegend aufgewachsen ist, ganz still. Sie erzählt uns mit feuchten Augen von den schönen Erinnerungen, die wir in ihr durch unsere Lieder wachgerufen haben, von Elchen, die schwimmend zwischen den Inseln hindurchziehen, und Schwänen, die hier auf dem Weg nach Norden einen Zwischenstop einlegen.
Jetzt ein weiterer Saunagang, und alle schlafen trotz Vollmond sofort ein.

16.08.2008

Fünfzehnter Tag: Saimaa - Jyväskylä.

Schnuddel. - Wir sitzen gerade bei unseren Gastgebern am Frühstückstisch und essen ein Festmahl, das für uns angerichtet wurde. Als wir eine Viertelstunde später die Kohte abgebaut, die Reusen eingeholt und die Rucksäcke gepackt haben, beschließen wir, mit unseren Gastgebern noch einen Abschlusskreis zu machen, und fahren danach in zwei Gruppen ab, um unabhängig voneinander zum Bundesfahrt-Sammelpunkt nach Jyväskylä zu trampen. Denn zu siebt wären wir sicher von keinem Auto mitgenommen worden.

Schnuddel, Schnitz, Zero, Juf: Auf dem Festland warteten wir auf die zweite Gruppe und fuhren nach ihrer Ankunft zu einer großen Kreuzung bei Rantasalmi. Von dort aus trampten wir in einem Kleinbus nach Mikkeli. Als wir dort ankamen, aßen wir Mittag und hielten dann eine Stunde lang vergeblich den Daumen raus. Wir beschlossen also Pause zu machen, und Zero und Juf gingen Chips holen. Als sie wieder angekommen waren, aßen wir gemächlich und versuchten es dann erneut. Und siehe da: Nach nur fünf Minuten wurden wir von einem russischen Nissan mitgenommen.

In Jyväskylä gingen wir zum Bahnhof, wo Citrus, Jha-Jha und Jo schon auf uns warteten.


Jo. - JhaJha, Citrus, Jo: Alleine am Bootssteg zurückgeblieben, ruhen wir uns im Gras aus, bis Herr Duffner zurückkommt und uns auch zur Hauptstraße fährt. Dort danken wir ihm noch einmal und machen uns auf den Weg in Richtung der anderen, die 500 Meter weiter stehen und wohl schon seit einer guten halben Stunde auf ihren ersten Tramp warten. Aber siehe da: Auf halber Strecke zu ihnen hält Jo spaßeshalber den Daumen raus, ein vorbeifahrender Wagen bremst, wir springen hinein und zischen johlend an den anderen vorüber, deren überrascht-ungläubige Gesichter uns lange in fröhlicher Erinnerung bleiben.

Im Zentrum von Juva setzt uns der nette Fahrer (ein ehemaliger Pfadfinder, genau wie seine vier Kinder) ab, und wir füllen erst einmal unsere Süßigkeitenvorräte am nächsten Candy King auf. Eine geeignete Haltebucht an der Ausfallstraße erreichen wir gerade noch rechtzeitig, um die anderen in ihrem russischen Kleinbus vorbeidüsen zu sehen - das unausgesprochene Wettrennen um die Ankunft in Jyväskylä ist in vollem Gange. Bis Mikkeli haben wir kurz darauf Glück, aber dort stehen wir schließlich an einer Radarfalle im Regen, und Citrus und Jha-Jha setzen beim trampen ihr nettestes Gesicht auf und die Juja-Kapuze ab, um möglichst wenig landstreicherhaft auszusehen...
Aber nach zwanzig Minuten und vielen Lakritzen haben wir dann doch noch Erfolg: Ein netter junger Bänker lädt uns in seinen Polo und wir tuckern los... und zack, hinter der nächsten Kurve an den anderen vorbei, deren Kinnladen fast bis zum Boden hängen. Kurz darauf sind wir alle eingeschlafen und werden erst kurz vor dem Ziel wieder wach.

In Jyväskylä regnet es in Strömen. Als erstes treffen wir am Hauptbahnhof auf die Sippe ohne Geld, die uns schon auf der Hinfahrt von ihrem schweren Schicksal geklagt hat und jetzt wirklich arg ausgehungert aussieht. Wir spendieren ihnen unsere letzte Salami und bekommen dafür ein enthusiastisches "Bravo!" gesungen.

Haben sich die Sippen auf der Hinfahrt noch alle zurückhaltend beäugt, erzählen sich jetzt alle gegenseitig die Erlebnisse ihrer Fahrten. So viele finnische Ortsnamen schwirren da durch die Luft, und jeder hat etwas Tolleres zum besten zu geben... und was für ein Hallo, als uns dann auf dem Erkundungsgang durch die Stadt Kürbiss über den Weg läuft, und später die Miriquidis! Nur die Feuerreiter, so erzählt man uns, werden heute noch vor der Stadt übernachten und erst morgen ankommen.

Zurück am Bahnhof setzen wir uns in die warme Halle, singen mit einer anderen Sippe und begrüßen schließlich Schnuddel, Schnitz, Zero und Juf, die fast zwei Stunden länger als wir gebraucht haben. Es wird schon dunkel und regnet weiterhin in Strömen - einen Schlafplatz haben wir noch nicht, hoffen aber, unsere Isomatten unter dem Vordach des Bahnhofs ausrollen zu dürfen. Und tatsächlich: Die Halle wird um zehn geschlossen, die bestimmt 150 mittlerweile eingetroffenen Pfadfinder dürfen aber unter dem Vordach schlafen. Schon komisch, nach zehn Tagen in der Einsamkeit plötzlich wieder unter so vielen Menschen zu sein...

Wir machen es uns also gemütlich, singen noch mit ein paar Normannen aus Berlin und versucheen dann etwas Schlaf zu finden - trotz der riesigen direkt neben uns durchfahrenden Holzzüge und der seltsamen betrunkenen Gestalten, die mitten in der Nacht über den Bahnsteig grölen... am Ende ist die Müdigkeit stärker als alles Aufregende hier, und alle Sippen schlafen ruhig unter dem riesigen schützenden Banhofsdach.

17.08.2008

Sechzehnter Tag: Jyväskylä - Keuruu.

Zero. - Wir standen halb zehn auf und waren erstaunlich gut ausgeschlafen. Wir gingen alles langsam an und die Stimmung war gut - bis auf dieses: Ich wollte aufstehen und in meine Schuhe schlüpfen, als ich merkte, dass meine Schnürsenkel falschherum eingeschnürt wurden!!! Dafür verantwortlich war Citrus, und ich nahm mir dafür einen von seinen Schuhen vor! Ich rannte damit und schnürte aus und wurde von Citrus verfolgt. Wir rannten um den gesamten Bahnhof... in Socken! Als alles ausgeschnürt war, warf ich den Schuh zu seinem Schlafsack.

Nach diesem Erlebnis aßen wir Frühstück. Dann packten wir beschwerlich, denn wir konnten uns kaum von einem Laden losreißen, in dem es ausschließlich kiloweise Süßes gab! Bald darauf saßen wir mit allen anderen Sippen im Bus und kamen wenig später am Lagerplatz an. Nach einer Begrüßung durch die Bundesfahrtenleitung und einem herzlichen Wiedersehen mit den Feuerreitern, LEOs, Ancalagons und Miriquidis bauten wir unsere Kohte auf und machten uns ans Schlemmen.

Wir kochten uns eine Rahmsoße mit Spaghetti und Käse. Danach war Freizeit bis zum Abendessen, das wir Dresdner zusammen mit den LEOs im Pavillon machten und das göttlich war. Die LEOs kochten, und wir aßen deftig mit. Danach startete das Programm, ein Eröffnungsabend in der Bundesjurte. Wir hörten ein finnisches Märchen vom Kätnerjungen und dem König und sangen zwischendurch und erfuhren einiges darüber, wie die nächsten Tage ablaufen würden.

Gegen elf trafen sich alle zur Abendrunde um die Fahne, und dann verzogen wir uns bald in die Kohte, in der zwar jetzt viel mehr Platz war (Juf und Jo waren zu ihrer Runde in die Feuerreiterkohte gezogen), aber auch viel mehr Unordnung. Trotzdem schliefen wir bald tief und fest.

18.08.2008

Siebzehnter Tag: Keuruu. + Abreise

Schnitz. - Da wir bloß drei richtige Tage im Lager hatten, ging es gleich am Montag los mit dem Programm. Wir wurden durch ein seltsames Brummen aus dem Schlaf gerissen, welches sich als Dudelsackgedudel entpuppte. Nachdem wir uns aus den Schlafsäcken gepellt hatten, holten wir Wasser und besorgten das Essen für den Stamm. Das Essen wurde am Verpflegungszelt in weiße Kisten verpackt. Als wir Tee- und Kaffeewasser warm gemacht hatten, konnte es endlich losgehen mit dem Frühstück. Wir hatten Weißbrot, welches zu 50 Prozent aus Luft bestand, Müsli, Milch(!), Nutella und Bananen.
Zehn Uhr Morgenkreis. Dies war für unseren Geschmack ein bisschen spät, da bei uns Goldenen Reitern der Morgenkreis normalerweise zum Wachwerden genutzt wird.

Den Vormittag über spielten wir eine Olympiade, die dazu beitragen sollte, den Platz besser kennen zu lernen. Allerdings ging das alles im Regen unter, und somit verkroch sich der Großteil vor Ende der Olympiade in der Bundesjurte.
Was wir den Nachmittag getan haben, weiß ich nicht mehr, aber es wird wohl nicht übermäßig spannend gewesen sein, sonst hätte ich mich wohl erinnert.
Am Abend kochten wir wieder zusammen mit den LEOs im Pavillon. Im Verlauf des Abends sangen wir dann noch in der Jurte, hatten Spaß und verkrochen uns irgendwann in unserer perfekten Kohte.

Nächster Tag

Wieder der Dudelsack, wieder ein leckeres Frühstück, und diesmal: nasse Rucksäcke und Schuhe und das Unterlager Kitara eine einzige Schlammwüste. Citrus hatte in der Nacht versäumt die Kohte zuzuknüpfen und ausgerechnet jetzt hatte es geregnet. Morgenkreis und das Programm für Heute: Stadtspiel n Jyväskylä und Stadtspiel. Eine Viertel Stunde vor Aufbruch der Busse nach Jyväskylä erfuhren wir, dass wir mit in die Stadtgruppe gehörten und wir stürzten wie die Besessenen los um uns etwas einzupacken. In Jyäskylä hielten wir uns nicht schlecht, wir schummelten ein wenig. Man musste die Orte finden, die auf Fotos abgebildet waren. Wieder auf dem Lagerplatz, ließen wir es uns die restliche Zeit gut gehen. Leider hatten uns die Anderen Nichts zu Essen übrig gelassen... naja.

Kurz vor der Abreise fing es heftig an zu schütten. Alles wurde nass und die Pfützen waren sooo riesig. Wir müssten hoch in solche großen Hallen, wo wir unsere Sachen wechseln konnten und das Gepäck ablegen durften. Am Abend gab es ein kleines Konzert von so einer finnischen Band, die seeehr christlich geprägt. Es folge dann noch das riesige Feuer, bestimmt 3-4 m hoch, welches bei dem nassen Holz mit einigen Litern Spiritus anzuzünden war. Es war so warm, dass man gut und gerne 5 Meter Abstand halten musste. Später machten dann alle Pfadfinder einen MegaAbschlusskreis und wir sangen wie üblich "Nehmt Abschied Brüder". Dann ging es wieder in die Busse, dann auf die Fähre, dann wieder in die Busse, dann nach Hause und dann unter die Dusche.

Fehmarnbelt.
Im Bus.
Fahrtwind.
Erste Nacht vorbei.
Ab in die Pampa!
Feuer am Ausfalahti.
Eingesperrt.
Ruhiger Nachmittag.
Geschmacksexplosion.
Seefläche still.
Nachtflug.
Querfeldein.
Quellwasser.
Maßnahmen gegen Regen.
Gemütlich warm.
Lapa kota.
Fahrtenlieder.
Pegasus.
Abends in der Kohte.
Landunter.
Endlos lang...
Kalte Dusche.
Herr der Fliegen.
Letzte Kräfte.
Feuermagie.
Angelversuche.
Zum Sattwerden.
Im Saimaa.
Kohte hoch!
Angelabenteuer.
Schnur ohne Fisch.
Schnur mit Fisch.
Mittagsmahl mit Gastgeber.
Eintauchen.
Sonnengang.
Lebewohl.
Richtung Mikkeli.
On the road again.
Am Gleis.
Bahnhofsbesetzung.
Hand und Schuh.
Ein anderes Paradies.
Wiedersehen.
In der Bundesjurte.


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