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Paddelfahrt in Mecklenburg

Der ganz harte Kern der Sippe Peagsus, also Eddie, Citrus und Schnitz, macht sich zu Himmelfahrt 2011 auf in unbekannte Gewässer in Mecklenburg Vorpommern.
Im Gebiet der 1000 Seen stehen wir neuen Herausforderungen gegenüber, denen wir trotzen. Viel Spaß beim Lesen...

 

Tag 1 - Mittwoch - 1.6.2011

Schnitz. Eddie und Ich treffen uns kurz nach 9 im Stammesheim um zu packen. Der Dritte im Bunde ist Citrus, der ganz gegen seine Gewohnheit 1,5 Stunden später kommt. Wir kaufen ein bisschen Brot und Belag beim Diska ein.
Voller Vorfreude machen wir uns dann zum Bahnhof Neustadt auf, um von dort Richtung Berlin zu trampen. Uns nimmt nach einiger Zeit auch ein älterer Herr in seinem Audi A4 bla mit. Es stellt sich heraus, dass er voll der Business-Typ ist, mit seinem iPhone 4, Sekretärin und weltmännischem Englisch. Eddie sitzt neben seinem großen Vorbild und labert die ganze Zeit mit dem "Herrn Koyle" über Gott und die Welt.
Herr Koyle fährt mit durchschnittlich 180 km/h und so erreichen wir fast unser Ziel nach nur 3 Stunden. 3 kleine Tramps später erreichen wir dann den Ort Mirow, von wo wir in See stechen wollen.
Wir kaufen richtig viel beim Lidl ein und machen uns auf den Weg zum Kanuverleih. Dieser ist jedoch ausgebucht, so müssen wir 50 Meter weiter zum nächsten gehen. Der Typ da ist echt korrekt und wir müssen nur 85 Euro zahlen. Wir stechen in See mit einem 4er Canadier.
Anfangs gurken wir natürlich herum. Schnitz hinten, Eddie vorn. Wir fahren ca. 3-4 km, dann schauen wir uns nach einem Lagerplatz um, was vom Wasser aus gar nicht so leicht ist. Trotzdem finden wir einen netten, jedoch müssen wir mit schlammigen Hosen und Füßen Tribut zahlen. Die vielen Mücken machen die Situation auch nicht gerade viel besser.
Unser Zelt, Feuer und Essen bekommen wir natürlich trotzdem gebacken und ein gemütlicher Abend folgt.


Tag 2 - Donnerstag - 2.6.2011

Eddie. Der Tag begann um ca. halb 5. Meine Füße waren kalt, Schnitz (der draußen schlief) wollte Feuer machen. So wurden wir wach, haben ein bisschen gequatscht (Citrus wurde wach) und genossen die tolle Aussicht auf das Nebelmeer über der Wiese. Dann schliefen wir weiter bis ca. 7 Uhr.
Zum Frühstück gab es Müsli mit Milch. Das Coole war, dass Citrus freiwillig aufstand und wir schon 8:30 Uhr im Boot saßen. Schnitz konnte es nicht lassen, eine kleine Erfrischung durch das Reinfallen ins Wasser zu nehmen. Heute war ich der Steuermann und habe ganz schön versagt. Am Angang kriegte ich es mit dem Steuern nicht hin, dann ging es ne Weile und am Ende lag ich chillig im Boot rum und machte fast nichts.
Dann tauschten wir und Citrus wurde Steuermann. Er kriegte es echt gut hin und durfte ca. 3 Stunden Steuermann bleiben. Wir durchquerten eine Schleuse. Als wir auf das Öffnen der Schleuse warteten, fing ich an, mit einem Schleusen-Typen zu quatschen. Der war eigentlich für die Ordnung und Reparatur an der Schleuse zuständig, aber da es für ihn zu stressig war, bei allen Leuten, die an der Schleise was falsch machten, herunterzugehen und sie zu belehren, guckte er sich einfach an, was passierte. Er hatte schon Videos von 50 Kanuunfällen gemacht.
In der Schleuse dann, waren total viele Männertag-Spaßgesellen die durch singen und saufen sich den Tag vertrieben. Um 1 machten wir eine Pause. Citrus fütterte die Enten, ich schwamm eine Runde. Danach ging es mit Schnitz als Steuermann ca. eine halbe Stunde weiter. Wir stellten fest, dass die Zeit auf See viiieeel langsamer vergeht als auf dem Land. Nach einem gefühlten halben Tag, war erst eine Stunde rum. Ca. um 3 machten wir eine Pause an einem sonnigen Steg. Citrus und ich schwammen eine Runde und sprangen mehrmals ins Wasser.
Dann ging es weiter. Citrus ruderte kaum mit. Wir setzten mit Rädern unterm Boot von einem See zum anderen über. Dann ging es über einen sehr großen See mit viel Gegenwind weiter. Am Ende des Sees fanden wir einen ganz engen Kanal. Diesen fuhren wir bis zu einer geeigneten Stelle entlang. An manchen Stellen war der Kanal extrem eng und wir kamen kaum vorran.
Unser Lagerplatz richteten wir neben einem Jägerstand auf einer Wiese ein. Während des Ausräumens, fiel Citrus komplett ins Wasser. Schnitz kochte was Leckeres zum Abendbrot. Wieder fanden wir viel gut brennbaren Holz direkt neben unserem Lagerplatz. Fast ohne Mücken fand ich mal wieder als erstes meinen Schlaf.

 

Tag 3 - Freitag - 3.6.2011

Citrus
9.00 - 9.30 Uhr
Aufstehen und Essen (Porridge) und Packen.

10.30 - 13.00 Uhr
Weiterpaddeln bis Wesenberg u.a. weitere Schleuse und viele Schlängellinien.

13.00 Uhr
Mittagspause und Wasser auffüllen.

14.00 Uhr

Weiterfahrt bis Userinsee, bei weiterem Schleusengang ganz alleine.

16.30 Uhr

Anruf bei Kanushuttle, sagt uns, dass letzte Möglichkeit halb 6 bis dahin noch über 2 Stunden zu paddeln.

18.00 Uhr
Ankunft bei Blankenförde nach sehr anstrengendem und kraftvollem Paddeln dank Gegenwind. Abholtyp ist ziemlich locker und nimmt uns mit, wir gönnen uns ein Eis, Eisfrau hat krassen Damenbart.

19.00 Uhr
Ankunft am Campingplatz, viel Ausruhen, Baden und Boot packen.

20.00 Uhr
Weiterfahrt über Leppinsee, neben Bootshäusern schöne Uferstelle, nach genauerem Inspizieren sehr schöne Feuer- und Lagerstelle gefunden mit Seil zum ins Wasser springen.

21.00 Uhr
Eddie verletzt sich beim ersten Sprungverscuh am Knie.
Aufbauen und Essen machen (Spätzle mit Lachs-Margarine-Soße und Salamicubes) dann Essen.

gegen 00.00 Uhr

Eddie und Citrus wagen sich im Dunkeln nochmal auf See.

 

Tag 4 - Samstag - 4.6.2011

Eddie.
Da wir von der gestrigen Nacht-Kanu-Tour sehr müde waren, standen wir erst gegen 10 Uhr auf. Um 11 gab es Porridge, mal wieder lecker und gut gelungen.
Ich schwamm über den nicht gerade kleinen See (bis zum anderen Ufer brauchte ich 15 min, ohne mit Schwimmen aufzuhören) und dann die Hälfte wieder zurück. Da kamen mir die anderen zwei auch schon mit unserem Kanu entgegen. Ich schaffte es, ohne das Boot zum Kentern zu bringen, vom Wasser ins Boot zu kommen.
Wir paddelten ca. 2 Stunden mit sehr vielen Pausen, bis wir um 14.00 Uhr in Granzow ankamen, was kurz vor Mirow lag, unserem Anfangsort. Die Sonne schien wie in einer Werbung, der Strand war sehr belebt und schön. Es gab einen Steg zum Reinspringen und einen Volleyballplatz. Wir aßen Mittag im Schatten, Schnitz und ich spielten Volleyball auf dem Beachvolleyballplatz.
Wir mussten aber nach 4 schönen Stunden leider wieder los. Wir fuhren schnell zu dem Bootsverleih legten all unsere Sachen ans Ufer und machten dann eine kleine Spaßfahrt. Schnitz kam wider seinen Willen mit 3 Rettungswesten bekleidet auch mit. Anfangs fuhren wir sehr schnell, dann brachten wir das Boot zum Kentern Citrus und ich tauchen unter das Boot in die Luftblase.
Um 7 gaben wir das Boot dann ab und packten unsere Rucksäcke. 8 Uhr standen wir dann an der Straße  und trampten Richtung Autobahnauffahrt. Uns nahm auch schon nach 5 min. ein Mitarbeiter der Kanustation mit. Später nahm uns nach einer Stunde ein Hippie ein Stück mit, wieder in einem VW Passat. Er hörte voll die Beruhigungsmusik Er hat uns an einer belebten Waldkreuzung heruas gelassen.
Es war 21.50 Uhr und schön dämmrig aber wir entschieden uns weiter zu trampen. 22:30 wollten wir aufhören. Doch das letzte Auto, auf das wir warten wollten, nahm uns tatsächlich mit. Es war ein 1.6er Opel Astra. Der Fahrer war nur ein Jahr älter als wir, ein ausgewachsener Dorfjugendlicher, der leicht angetrunken von einer Strandparty kam. Ich musste auf einer langen Holzbank sitzen und bei 110 km/h meinen Kopf aus der Dachluke stecken, während Citrus und Schnitz sich den Platz hinter dem Fahrer teilten. Es war ein cooler Typ, der uns am Ende an einer zum Zelten geeigneten Stelle rausließ.
Dort, an der Autobahn machten wir dann Feuer, Schnitz baute die Kröte auf und Citrus kochte leckeres Abendessen. Da die Autobahn nebenan war, rauschte es immer total laut. Wohlgesättigt schliefen wir alle gegen 1 ein.

 

Tag 5 - Sonntag - 5.6.2011

Schnitz.
Wir wachen an unserem lauten Lagerplatz auf. Unser Wasser ist fast leer. Das Müsli muss dran glauben und bald stehen wir auch schon an der AUffahrt Richtung Berlin. Nach einiger Zeit Armkrampf nimmt uns ein Ehepaar aus Berlin in seine Heimtstadt mit. Ist zwar eng, geht aber. Deren Sohn ist ebenfalls bei den Pfadfindern, das ist das erste Mal, dass uns unser Halstuch offensichtlich was nützt.
In Berlin werden wir an einer heruntegekommenen Raststätte "Avus" an der Autobahn Richtung Dresden herausgelassen. Was wir nicht wussten, dass aufgrund einer Fahrrad-Sternfahrt der Verkehr in, um, nach und von Berlin als schwierig erweist. Wir werden von der Polizei verjagt und suchen uns einen anderen Ort zum trampen, von dem wir glauben, dass er gut ist.
Auch von dort werden wir weggescheucht und wir haben noch Glück, dass wir keine insegesamt 90 Euro Strafe zahlen müssen. Wir entscheiden uns, entweder mit einer Mitfahrgelegenheit oder mit der Bahn nach Dresden zu kommen.
Wir laufen zum nächsten S-Bahnhof und ich rufe meine Schwester an, dass sie uns ein paar Mitfahrgelegenheits-Verbindungen raussucht. Das tut sie auch und eine gute Stunde später sitzen wir für 30 Euro zusammen mit einem algerisch-stammenden Fahrer in einem Auto nach Dresden. Der Typ ist echt nett und wir unterhalten uns nicht schlecht. Das Radio ist leider etwas daneben.
Trotzdem kommen wir guter Dinge in Dresden an.

Unsere Bilanz: Geile Fahrt, Sonnenbrand und das ganze für nur 195 Euro. Cooles Ding.


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