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Pfad-Finder: STARTSEITE > Unser Stamm > Gruppen > Ehemalige Gruppen > Runde Pegasus > Fahrten- und Lagerberichte > 2010 - Rumänienfahrt

Multschemesk, la rewedäre – Danke, auf Wiedersehen

 

Die Sippe Pegasus vom Stamm Goldener Reiter aus Dresden unternahm als eine von drei Fahrtengruppen in den Sommerferien eine Fahrt in Rumänien, genauer gesagt: in Siebenbürgen. Zu viert schlugen wir uns ganze zwei Wochen gut durch und kamen letztendlich wohl erhalten, genauso wie die anderen Sippen, auf dem Lagerplatz in Nocrich an. Ihr lest nun, was uns Spannendes wiederfahren ist und woran wir uns in Zukunft gerne zurückerinnern werden...

Viel Spaß!


Das Abenteuer beginnt mit der Anfahrt. Wir haben uns alle zusammen am Hauptbahnhof getroffen und es gibt ein großes Gewusel. Doch endlich sitzen wir, 20 Leute insgesamt in unserem Zug nach Budapest. Es wird viel geschlafen und gegessen. Alle sind froher Erwartung und mit Citrus und Till im Gepäck ist es sowieso schwer, Langeweile zu bekommen.

Gegen 8 Uhr abends kommen wir in Budapest an, fast 12 Stunden Fahrt haben wir hinter und noch vor uns. Wir haben unseren Anschlusszug verpasst und warten auf den nächsten um 24 Uhr nachts. Irgendwann kommen wir am nächsten Umsteigepunkt - Deva - an, wo uns ein extrem heruntergekommener Bahnhof, viele streunende Hunde und Dacias begrüßen. Wir haben Zeit um Frühstück kaufen zu gehen. Zum ersten Mal bekommen wir „Viva Cereals“ zu Gesicht, eine Marke, die uns die ganze Fahrt über das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen wird. Nach der Pause, steigen wir in unseren Zug nach Sibiu, dem eigentlichen Startpunkt unserer Fahrt.

In Sibiu machen wir auch nocheinmal Pause und gehen einkaufen. Wir stellen fest, dass alles viel billiger ist, als in Deutschland und es gibt nur Weißbrot, dass sich auf ein Viertel seines Volumens komprimieren lässt. Die Chayrons und wir fahren noch mit dem Bus nach Daia, einem Ort, nordöstlich von Sibiu und sehr verarmt wie wir entsetzt feststellen müssen. Unangenehm steinige Schotterstraßen und Müll der überall herumliegt schockt uns ein wenig. Wir verabschieden uns von den Chayrons und laufen 10 Minuten nach ihnen los. Unter sengender Sonne tippeln wir über Felder und Straßen dahin. Nach einer gut tuenden Mittagspause laufen wir flussabwärts, in der Hoffnung, auf einen größeren Fluss zu treffen, worin man baden kann. Da sehen wir die Chayrons wieder. Halbnackt und mit ihrer Bob-Marley-Flagge genießen sie ebenfalls ihr Mittagessen. Wir beschließen, gemeinsam im nahegelegenen Fluss baden zu gehen. So kommt es und danach sind wir unheimlich erfrischt. Wir bauen zusammen unser Nachtlager auf, kochen am Feuer und lassen den Abend ausklingen. Dabei schauen wir den Chayrons zu, wie sie es mit ihrer Kohte nicht hinbekommen.  Bis zum Ende der Fahrt wandern wir etwas mehr als 100 Kilometer, mit 2 Pausentagen. Unterwegs fahren wir auf einer Pferdekutsche mit und genießen fast täglich Eis und Coca Cola. Wir schlafen unter anderem in einem Turm einer Burgruine und versenken in dem Burgbrunnen drei Eimer. Die anfängliche Hitze ist sehr ätzend und wir probieren verschiedene Varianten aus, um sie zu umgehen. Aus dem „Lass ma ganz früh, so um 5 oder so los machen.“ wird komischerweise nie etwas, aber einmal laufen wir sehr spät, von 17 bis 1 Uhr nachts. Am dritten Abend werden wir von einer armen rumänischen Familie für eine Nacht aufgenommen, da wir keine Bleibe gefunden haben und es schon stockduster war. Wir haben Zigaretten und feinsten Kaffee dabei, um uns gevanchieren zu können. Das kommt immer gut an. Im Laufe der Fahrt, kommen die vier Pegasi an vielen mehr oder weniger Burgruinen vorbei und besuchen so manchen „Magazine“, den rumänischen Dorfladen, welcher meist bis 24 Uhr, oder sogar nonstop geöffnet ist, auch an Wochenenden. Manchmal müssen wir auf den Schienen laufen, da kein richtiger Weg zu unserem Ziel führt. Schon am zweiten Tag sind zwei Gitarrenseiten gerissen, was uns leider am Singen hinderte. Unsere Aufstehzeit verschiebt sich teilweise an manchen Tagen bis 13 Uhr. Kein Wunder, wir haben auch mit jungen Rumänen am Abend zuvor am 1m hohen Lagerfeuer gechillt und „Apfelschorle“ getrunken.

Fe bekommt unterwegs die Siebenbürgergrippe, also Durchfall, Übelkeit und Schwindelanfälle. Das führt dazu, dass Eddie und Schnitz mit einem halbverrückten Trabifahrer nach Sibiu fahren und Medikamente kaufen müssen. Eine Nacht schlafen wir in einem Bahnhofswarteraum, das ist nichts gegen eine gemütliche Kohte. Auf dem Weg nach Fagaras finden wir sogar ein Fahrrad, was wir aber später wieder am Feldrand zurück lassen, wo wir es fanden. In Fagaras übernachten wir mitten auf einem Stück Wiese in einer Lok. Auch trampen wir fleißig durch die Pampa und kommen irgendwann bei einer Wiese eines Schäfers an. Dessen Hunde beäugen uns misstrauisch und kommen immer näher. Wir entscheiden uns für einen Pausentag und Eddie bekommt abends sein R/R-Abzeichen, zusammen mit einem Kondom (Erdbeergeschmack). Wir freunden uns mit den Hunden und der Schäferfamilie an. Am Abend essen wir Schokokuchen, lecker. Am vorletzten Tag der Fahrt schlafen wir 2 km von dem vermeindlichen Nocrich entfernt auf einer Hügelkuppe. Wir errichten eine selbst erfundene Kohtenkonstruktion und taufen sie auf den Namen „Die Fläche“. Wir freuen uns schon, die anderen Gruppen wiederzusehen und unseren erlebten Stories auszutauschen. Doch als wir unten im Ort ankommen, erfahren wir mehr oder weniger zufällig, dass wir nicht in Nocrich sind, sondern in Altina, was 7 km nördlich von unserem Zielort gelegen ist. Die letzten paar Kilometer werden wir glücklicherweise von einem Deligiertenauto im Kofferraum mitgenommen. Die österreichische Deligierte erklärte, dass sie in Zusammenarbeit mit den rumänischen Deligierten den Zigeunern „beibringen möchte, wie man arbeitet“. Mit einem Lächeln auf den Lippen, kommen wir als erste Gruppe in Nocrich an. Das öffentliche, neu renovierte Klo im Rathaus ist für die nächste halbe Stunde von uns besetzt. Wir freuen uns, jetzt müssen wir es nur noch 5 Tage zu viert mit einer Zahnbürste aushalten. Aber was macht das schon?, dafür haben wir auf der Fahrt eine Menge Gewicht gespart =)

 

Jetzt, einen Monat später, freuen uns schon auf unsere nächste Fahrt...

Wir werden sehen.


Schnitz


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