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Böhmenfahrt der Runde Feuerreiter - Juli 2008

04.07.2008

Böhmenfahrt - Erster Tag

[Franzi.] Am Freitag haben wir uns in Dresden-Gorbitz getroffen und alles eingepackt. Es fiel uns zwar schwer, aber trotzdem packten wir das große Glas Nutella wieder aus um das Gewicht zu reduzieren. Am Hauptbahnhof haben wir Franzi eingesammelt und sind um 15 Uhr mit der S-Bahn Richtung Bad Schandau - Děčín losgefahren. In Königstein ist Kay zugestiegen und so waren wir vollständig. Am Zielbahnhof Neštĕdice angekommen ging es endlich richtig los. Zuerst haben wir mit einer Fähre die Elbe nach Velké Březno überquert. Erst haben wir noch Wasser und Eis gekauft und dann begann auch schon der größte Aufstieg der ganzen Fahrt, mehr als 450 Höhenmeter von Elbniveau (139m) auf den Kamm des Sokolí Hřeben (592m).

Unser Plan war es, in einer kleinen Burgruine unterwegs zu übernachten, aber leider war sie so klein, dass wir sie übersahen, und so mussten wir uns einen anderen Kohtenaufstellplatz suchen. Nach einiger Zeit fanden wir auch ein netttes Plätzchen auf dem bewaldeten Bergkamm und ließen uns dort nieder. Nachem wir die Kohte quer über den Pfad aufgebaut und uns ein wenig erholt hatten, gab es eine leckere von Frosch gekochte Zwiebelsuppe und dazu Brot. Später tranken wir noch eine Flasche Wein und sangen Lieder. Obwohl wir alle von dem Aufstieg sehr geschafft waren, konnten einige von uns wegen des unebenen Untergrunds nicht sehr gut schlafen.

05.07.2008

Böhmenfahrt - Zweiter Tag

[Juf.] Die Kohte wurde in der Nacht sehr von dem über den Kamm fegenden Wind gebeutelt, so dass auch Jo, der an der windzugewandten Seite an der Zeltplane schlief, nicht allzuviel schlummern konnte.

Nach einem ausgiebigen aber ebenfalls etwas windigen Frühstück bauten wir die quer über dem Weg stehende Kohte ab und wanderten los, immer den Kamm entlang. Die Sonne begann sich gegen die Regenwolken durchzusetzen und der Tag versprach angenehm zu werden. Kaum waren wir etwas weiter gelaufen, fanden wir in der Gegend des Kamenná Hora einen lauschigen Lagerplatz nach dem anderen - im Gegensatz zum vorigen Abend, an dem wir uns notgedrungen mit einem rauhen Bergkamm begnügt hatten. Bald begann dann mit dem ersten vollgehängten Kirschbaum unsere kulinarische Reise durch das Wildobst des Böhmischen Mittelgebirges: Jeder Baum trägt Kirschen mit einem etwas anderen Aroma.

Ein Stück weiter des Weges waren wir überrascht, bei dem Örtchen Pláň an einer waschechten kanadischen Farm vorbeizukommen, mit sehr einladenden Schildern am Zaun: "No Tespassing!", "No Hunting!". Später, kurz hinter Horní Vysoké begegneten wir auf unserem Endspurt zum Potraviny-(Lebensmittel-)Laden, entlang einses stillgelegten Bahngleises, einer Gruppe tschechischer "Pioneers", die zwar freundlich waren, aber offensichtlich keine allzu gute Meinung über Pfadfinder hatten... "So you're Scouts? Oh - I'm sorry for you..."

Der Laden in Habřina, zu dem wir unterwegs waren, hatte leider bereits geschlossen, und da wir an diesem Tag schon an die 15 Kilometer gewandert waren, entschieden wir uns, das letzte Stück zum kühlenden Chmelař-See bei Ušték mit dem Bus zurückzulegen.

[Jo.] So schnell wie möglich zum Wasser: eine gute Entscheidung, denn nach dem langen Marsch - das letzte Stück davon auf hartem Asphalt - brannten uns die Füße, die Kluft klebte, und wir wollten unbedingt noch vor dem Abendessen in den Chmelař-See springen. Zu schade für Frosch, dass die Rutsche gesperrt war! Dafür gab es eine Runde Kofola vom Fass für alle.

Ohne schon einen Kohtenplatz für die Nacht gefunden zu haben, tigerten wir danach mit knurrenden Mägen durch die barocke Altstadt von Ušték - urig und nett, aber leider ziemlich ausgestorben. Erst am Stadtrand stießen wir auf das ersehnte Restaurace, in welchem nicht nur leckeres Abendessen (Hähnchenmix, Hähnchenplatten und der unvermeidliche Palatschinken) auf uns wartete,  sondern auch ein Grüppchen lustiger Tschechen, mit denen wir rasch durch Gitarren und Gesang in Kontakt kamen. Unvergessen: die musikbegeisterte, etwas füllige Dame, die jeden tschechischen Liedertext kannte und an diesem Abend sicher so viel Spaß hatte wie schon lange nicht mehr.

Spät und müde suchten wir das südliche Seeufer nach einem Kohtenplatz ab - und wirklich lachte uns binnen kurzem das Glück am Strande, so dass wir gegen Mitternacht endlich todmüde in die Schlafsäcke fallen konnten. Was es mit dem schnaubenden Dampfpanzer auf sich hatte, der kurz zuvor vorbeigefahren war, werden wir wohl nie erfahren...

06.07.2008

Böhmenfahrt - Dritter Tag

[Claudi.] Der Sonntag begrüßte uns sonnig und wolkenlos, nachdem wir lange ausgeschlafen hatten. Unsere Befürchtung, nachts nicht schlafen zu können, wenn wir gegenüber dem Bahnhof blieben, war grundlos gewesen: Von drei Zügen hatten wir nur einen gehört. Die Nähe zum Bahnhof, den wir gegen 13 Uhr erreichen mussten, gestattete uns auch ein geruhsames Frühstück und sorgfältiges Zusammenräumen aller ausgepackter Sachen (darunter der Kohte, die Kay im Gedanken an die bevorstehende Finnlandfahrt allein einpackte).

Schließlich blieb sogar noch Zeit für ein weiteres Bad im See. Die Rückfahrt über Česká Lípa und Děčín gestaltete sich gemütlich mit zweimal je einer Stunde Aufenhalt.

Aufbruch.
Talwärts.
Gratlager.
Schwere Wahl.
Wiesenweg.
Kofola vom Fass.
Internationale Begegnung.

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