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Chronik Sommergroßfahrt Transsylvanien 2010, 15.07. – 06.08.2010

Freitag 23. Juli 2010

Unser Bus kommt in zweieinhalb Stunden, das signalisiert mir mein Wecker, als er um fünf Uhr am Morgen klingelt. Ich drücke ihn zweimal weg, auch wenn Sesam neben mir schon rege beschäftigt ist. Schließlich raffe ich mich doch auf, die Sipplinge müssen angetrieben werden. Vor allem Clumsy tut sich heute wieder besonders schwer aufzustehen. Wir schaffen es dennoch zu frühstücken und mehr als pünktlich an der Straße zu stehen. Dadurch erleben wir auch mal den Auftrieb der Kühe und nicht deren Abtrieb am Abend.

Langsam schraubte sich unser Bus hinauf in die Berge, hinein in die aufgehende Sonne und den beginnenden Tag. In Paltinis schlief außer den Waldarbeitern noch alles. Die Berufspendler aus Sibiu waren schon vorher an den verschiedenen Pensionen und Hotels ausgestiegen und die Beerensammler hatten den Bus am Ortseingang verlassen.

Da wir noch Zeit hatten, bis die Seilbahn ihren Betrieb aufnehmen würde, bescherten wir dem Magazin am Ort noch mal einen großen Umsatz. Wasser, Kekse, TWIX und Bufuletti sowie Eis gehörten zu unserer Beute.

Der Belagerungszustand, den wir über die Seilbahn verhängt hatten, veranlasste deren Betreiber extra für uns früher zu öffnen. Auf zur Abenteuerfahrt Richtung Gipfel. Rucksäcke nach vorn schnallen, auf Position stellen und warten bis einen der Sessel in die Knie und ins Sitzen zwingt. Und obwohl unsere Beine frei baumelten und die Gondeln ordentlich schwankten hatte Jojo keine Höhenangst. Das Aussteigen war dann noch einmal tricky, weil man schneller als die Gondel sein musste und dass mit dem Rucksack in der falschen Position. Aber alle haben es heil raus geschafft.

Eigentlich wollten wir nur noch kurz unsere Melone verdrücke und dann loslaufen, aber Naomi und Clumsy waren seilbahnsüchtig geworden. Noch bevor wir sie aufhalten konnten liefen sie den Berg wieder hinunter um noch einmal nach oben fahren zu können. Zwangspause.

Wir vertrieben uns die Zeit so gut wir eben konnten mit Melone verspeisen, alte Masten erklettern, Wimpelspeer suchen und behauen, Sonnencreme auftragen und Seilbahn surfen. Die wieder anlaufende Bahn kündigte auch die Rückkehr von Naomi und Clumsy an, nach zwei Stunden.

Nach einer größeren Brotzeit brachen wir dann endlich auf um die Zone jenseits des Waldes zu erobern. Kurz vor dem Aufbruch erhielten wir per Handy der Seilbahnbetreiber Informationen von der Bergwacht zum Wetter der nächsten Tage. Dabei versicherten wir der Bergwacht auch, dass wir gut ausgerüstet waren und vorsichtig sein würden.

Bei unserer ersten Rast an der Poiana Muncel ließen wir uns von einem Imker seine Bienenstöcke zeigen. Wir durften ganz dicht ran und kauften sehr leckeren Blütenhonig für unsere nächsten Mahlzeiten.

Nach einem steilen anstrengenden Aufstieg auf einem, von Quads, Motocross-Bikes und Traktoren zerwühlten Weg, erreichten wir gegen 15 Uhr den höchsten Punkt für heute und vielleicht der ganzen Fahrt. Uns durchfluteten Glücksgefühle, hier auf 1900m über dem Meer. Keine Bäume mehr, Sonnenschein, und ein kühler Wind, High Five’s, Müsliriegel und Wasserschlucke, Gipfelfoto und Blick auf unseren Abendlagerplatz im Sattel des Batrana.

Weil die Bergwacht uns vor Unwettern gewarnt hatte schlugen wir unsere Kohte nicht auf dem Gipfel auf. Der Platz hier im Sattel war ebenfalls sehr schön und eine Quelle war gleich nebenan. Schäferhunde begrüßen uns kläffend.

Nach dem Abendessen genossen wir den fantastischen Sonnenuntergang. Bis auf die Reste des Abendessens, die wir im Topf ließen und der Mülltüte nahmen wir alles mit ins Zelt und schließen ein, als das letzte Licht des Tages verlosch.

(Kay)


Samstag, 24.07.2010

Heute früh hat mich Hundegebell geweckt. Es wollte gar nicht mehr aufhören. Ich hatte echt Angst, dass eventuell ein Bär oder ein Wolf in der Nähe sein könnte. Ich hoffte es würde nicht an unsere Vorräte im Zelt ran wollen. Ich habe mich dann mit dem Gedanke beruhigt, dass sie uns mit verteidigen, wenn sie ihre Schafherde verteidigen.

Später muss ich aufs Klo und wir öffnen die Kohte an einer zweiten Stelle, damit es nicht so heiß wird

und der Rest noch etwas länger schlafen kann.

Zum Frühstück solle es die Reste von gestern Abend geben sowie Brot, Wurst und Käse. Wir werden in der Kohte frühstücken, weil es der einzige schattige Platz hier oben ist. Brot, Wurst und Käse

 Können wir tatsächlich genießen, die Reste von gestern sind WEG. Der Topf ist weggezerrt von dem Platz an dem er gestern Abend stand. Der Topfdeckel ist ab und der Topf ist ratzekahl leer. Das Hundegebell hatte also seinen Ursprung im Verteilungskampf um unser letztes Abendessen. Immerhin haben die Hunde den Topf geputzt. :D

Satt gegessen sind wir dann gegen 11 Uhr losgelaufen und es ging erst mal einen Berg hinauf. Oben angekommen folgten wir eine Weile dem Kammverlauf als wir SEHR DUNKLE Gewitterwolken am Horizont aufziehen sahen. Wir entschieden uns vom Kamm abzusteigen und mussten erst mal den Weg suchen, da unsere Karte so ungenau war. Wir liefen querfeldein, in die richtige Richtung als es auch schon anfing zu tröpfeln. Wir fanden zwar den Weg, der war aber nicht viel mehr als ein markiertes Wald, Wiese und Bach. Zu unserem Unglück erreichte uns das Unwetter und deckte uns mit Regen ein und malträtierte uns mit Hagelkörnern so groß wie Himbeeren. Wir durchweichten. Bevor wir nach Stunden einen ordentlichen Weg erreichten mussten wir noch einen Fluss durchwaten wovon unsere Schuhe auch nicht trockener wurden.

Es dauerte dann immer noch ewig, bis wir die Hütte erreichten, zu der wir gelangen wollten. Wir verfluchten die ungenaue Karte. Wir waren völlig durchnässt und hofften auf ein warmes Zimmer und ein warmes Essen, dass wir mal nicht selbst kochen wollten. Als wir dann fragten, ob sie Zimmer für uns haben, war die Antwort Nein. Stöhn! Aber sie boten uns ein riesiges Baumhaus an, was dort stand. Schnell erkletterten wir unser Domizil, breiteten unsere nassen Klamotten aus, richteten unsere Schlafplätze ein und zogen uns endlich trockene Klamotten an. Danach bekamen wir ein leckeres und reichhaltiges rumänisches Abendessen serviert, Leckere Suppe, danach Kraut und Spiegelei wovon ich zwei Portionen gegessen hab, weil es so lecker war.

Wir hatten doch ein wenig Glück, da es erstens für unsere Vegis extra Marmelade gab und zweitens übersetzte für uns ein Mädchen das sehr gut Deutsch sprach und dort auch grad Urlaub machte.

Papp satt legten wir uns schlafen.


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